Germania-CAO /  Centralasiatischer Owtscharka

Ela Kirner, All-Bikerhotel "Waldblick", Kostspring 5, 77740 Bad Peterstal /De

Tel.: +49-(0)7806-910400 ;  Handy: 017626103162; E-Mail: ela@bikerhaus.info

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Rasse-Info / Charakter, Bedürfnisse, artgerechte Haltung./ Centralasiatischer Owtscharka

 

Damit Mensch und Tier ohne Stress und mit Freude zusammenleben können, muss der vierbeinige Haugenosse auch "artgerecht", also seinen Bedürfnissen gemäß, gehalten werden.

Viele Centralasiatische Owtscharkas leben weltweit abseits der Weiden in Familien, oder als Wachhunde auf Landgütern und sonstigen Gehöften. Die Haltung dieser Hunde bereitet ihren Besitzern wenig Schwierigkeiten und mehrheitlich haben sich liebe- und vertrauensvolle Mensch-Hund-Beziehungen entwickelt. Es gibt aber Fälle da sind diese Beziehungen gescheitert, häufig bevor sie richtig begonnen haben. Die Herdenschutzhunde werden dann an Tierheime abgegeben, im Alter von wenigen Monaten wieder verkauft oder mittels einer Giftspritze sogar getötet.

Keinesfalls kann die Haltung eines Herdenschutzhundes mit der Haltung eines Retrievers, Dackels oder Schäferhundes verglichen werden. Obwohl der Welpe noch ein freundliches Kuscheltier und der Junghund sehr umgänglich und aufgeschlossen ist, der erwachsene Hund offenbart wenige Monate später, die ganze Bandbreite seiner Fähigkeiten und Eigenschaften.

Der größte Teil der Schwierigkeiten bei der Haltung von Herdenschutzhunden hat ihre Ursache in den Eigenschaften der Hunde,  in deren Größe, Konstitution und Körperkraft. Ein wütender kleiner Terrier wird von seiner Unwelt nicht ernst genommen und nicht auch als Bedrohung aufgefasst, bei einem Owtscharka hingegen kann man von einer Gefährdung der Umweltsprechen, obwohl das eigentliche Aggressionspotential beider Hunde wenig Unterschiede aufweist. Der beste Weg, Gefahren von Dritten abzuwenden, muss deshalb darin bestehen, den Owtscharka mittels technischer Voraussetzungen so zu sichern, dass er jederzeit, ebenso wie der kleine Terrier unter Kontrolle gehalten werden kann. 

Herdenschutzhunde sind und waren schon immer kompromisslose Wächter und Beschützer der Viehherden, sie sind starke und aufmerksame Bewacher für Haus und Hof, sie sichern mit Argusaugen ihr Territorium, sie handeln nach eigenen Entscheidungen und widersetzen sich mit Erfolg halbherzigen Erziehungsversuchen unqualifizierter Ausbilder, sie sind alles andere als Kuscheltiere, sie sind keine Spielkameraden und auch keine Begleiter bei Freizeit und Sport.

Der Wunsch nach einem verlässlichen Beschützer  für das eigene Grundstück, ohne Vorhandensein einer ehrlichen Zuneigung zum Hund, kann nicht als rechtschaffenes Motiv zur Tierhaltung akzeptiert werden !

Natürlich liegt  es nicht in meiner Absicht, Ihnen die Haltung eines Centralasiatischen Owtscharkas ausreden zu wollen, oder die Hunde in irgendeiner Form schlecht zu machen.

Gescheiterte Haltungsversuche muss man aber fast ausschließlich auf Missverständnisse und falsche Vorstellungen des Welpenkäufers zurückführen.

 Sie daher gewissenhaft prüfen, ob Sie bereit sind, einschneidende Veränderungen Ihres Tagesablaufes und lieb gewordener Gewohnheiten hinzunehmen.

Sie sollten, ja Sie müssen, schon vor der Anschaffung eines Hundes folgendes ganz genau  überdenken:

1. Habe ich und haben alle Familienmitglieder die körperlichen Voraussetzungen, jederzeit    einen großen, starken Hund sicher  führen zu können?

(Dass die körperliche Eignung aller Familienmitglieder des Hundebesitzers unabdingbare Voraussetzung für ein befriedigendes Zusammenleben ist, versteht sich von selbst. Hunde, die nur deshalb ohne Leine geführt werden, weil ihre Besitzer nicht in der Lage sind, ihren Hund gegebenenfalls festzuhalten, gefährden ihre Umwelt, sind ein Ärgernis für Hundefreunde und willkommene Fallbeispiele für Hundefeinde. Ein ausgewogenes Kräfteverhältnis zwischen Hund und Halter, ist eine gute Grundlage für jede Art von Hundehaltung. )

2. Bietet mein Haus und mein Auto genügend Platz für einen großen Hund?

( Diese Anforderung an Haus und Auto sind eine Voraussetzung für die Haltung so großer Tiere. Alle Herdenschutzhunde lassen sich in einem ausreichend großem Haus mit Garten halten. Allerdings sind Treppen für Herdenschutzhunde, wie für alle anderen groß gewachsenen Hunderassen ein erhebliches Gesundheitsrisiko. Vor allem in der Wachstumsphase kann das Laufen auf Treppen zu krankhaften Veränderungen der Gelenke führen. Deshalb sind ebenerdig gelegene Häusern ideal. Falsch wäre es, ungeeignete Bedingungen im Haus mit der Haltung des Hundes ausschließlich im Zwinger, oder in einem Garten ausgleichen zu wollen. Wer aus  ethischen oder ästhetischen Gründen, sei es weil der Hund zu viel "Dreck" in das Haus bringt, seinem Hund den Zugang zu den Räumen seines Hauses verwehren möchte, muss grundsätzlich auf Hundehaltung verzichten!)

3. Bin ich bereit und habe ich die Befähigung, einen schwierigen Charakter auszubilden ?

(Der Ausbildung eines Centralasiatischen Owtscharkas ist ein etwas schwieriges Kapitel. An dieser Stelle soll nur der Hinweis erfolgen, dass diese Hunde erheblich schwerer auszubilden sind als Dobermänner, Rotweiler oder Schäferhunde. Wer nur wenig Zeit in die Erziehung seines Vierbeiners investieren kann oder will, wer also einen Hund sucht, der willig ist und allen Lautzeichen folgt, auch einen natürlichen Appell besitzt, der sollte sich für eine andere Hunderasse entscheiden. Der Centralasiatische Owtscharka ist etwas für das geduldige Gemüt unter den Hundebesitzern. Als wahre Spezialisten in ihrem "Fachgebiet" sind die  Centralasiatischen Owtscharkas auch für jede Form des Hundesports  ungeeignet.)

Der größte Teil der in Westeuropa gehaltenen Herdenschutzhunde  sind Haustiere und werden   Familienhunde gehalten. Daran wird sich absehbare Zeit auch nichts ändern, obwohl in Europa dem Arbeitseinsatz dieser Hunde zukünftig wieder mehr Bedeutung zukommen dürfte.

Für einen Hund, der als Familienmitglied  in den dicht bevölkerten Gebieten Europas leben soll, ist ein gewisser Ausbildungsstand unverzichtbar, damit Gefährdungen der Umwelt ausgeschlossen sind und ein erfreuliches Miteinander möglich ist.

Die Ausbildung darf sich nicht auf Lautzeichen: "Sitz" und "Platz" beschränken, sondern es muss eine ausreichende Anpassung des Hundes an seinen Lebensraum einschließen.  Dabei ist auf verkehrssicheres Verhalten ebenso viel Wert zu legen, wie auf ein, den Lebensumständen angepasstes Territorial und Schutzverhalten.

4. Kann ich dem Hund durchschnittlich zwei bis drei Stunden Auslauf pro Tag gewähren ?

(Der Zeitaufwand für die Haltung eines Owtscharka ist größer als für einen Retriever oder Teckel. Drei Stunden Auslauf pro Tag müssten es sein und nach oben ist die Grenze offen. Im Herdenschutzdienst legen die Hunde täglich Entfernungen zwischen 15 und 30 Kilometern zurück. Dabei bewegen sich die Hunde in gemächlich, deshalb sollen sie nicht über längere Strecken oder in schnellem Tempo neben dem Fahrrad geführt werden. Lange Spaziergänge in freier Natur sind so recht nach dem Herzen der Herdenschutzhunde, dabei spielt es keine Rolle, ob es stürmt, regnet oder schneit. Centralasiatische Owtscharkas sind durch ihr dichtes Unterfell bestens an das frostige Klima angepasst und lieben den europäischen Winter.)

 

5. Habe ich Zugang zu einem Auslaufgebiet, in dem sich der Hund regelmäßig ohne Leine bewegen kann ?

6. Sind meine Kinder  verständig und einsichtig genug, mit einem Herdenschutzhund  verantwortungsbewusst umgehen zu können, seine Bedürfnisse zu akzeptieren und seine Eigenschaften zu achten?

(Bei kleinen Kindern im Haushalt muss von der Anschaffung eines Owtscharka abgeraten werden. Kraft und Größe der Hund (bis 80 Kilogramm) könnten zu Unfällen mit kleinen Kindern führen und traumatische Erfahrungen bei ihnen auslösen. Ein spielender  Aziat reißt selbst einen Erwachsenen mühelos von den Füßen und obwohl es nicht in der Absicht des Hundes liegt, seinen Spielkameraden zu verletzen, wird das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Hund dadurch empfindlich gestört. Fast alle Herdenschutzhunde reduzieren zwar instinktiv ihren Krafteinsatz im Spiel mit Kindern, dennoch ist dem Hund sein Verhalten nicht bewusst und selbst nur eine zufällige Richtungsänderung kann genügen, um ein kleines Kind auf den Boden zu schleudern.

Weitere Problemfaktoren  mit Kindern muss man darin sehen, dass Kinder Spielkameraden mit nach Hause bringen und somit Fremde das Territorium des Hundes betreten. Die Gefahr besteht, dass der Hund sich schützend vor die eigenen Kindern stellt, wenn spielerische Auseinandersetzungen oder sogar bei Streit der Eindruck vermittelt wird, die Kinder der Familie seien in irgendeiner Form bedroht. Einige Hunde werden schon an der Grundstücksgrenze eine drohende Haltung einnehmen. Obwohl ernsthafte Angriffe auf Kinder praktisch kaum vorkommen, gilt es in diesem Fall, einer potentiellen und nicht erst realen Gefahr entgegenzuwirken.  Fremde Kinder und vor allem deren Eltern können durch die Größe Ihres Hundes erschreckt und verunsichert werden und Sie könnten schnell in den Ruf geraten, einen "gefährlichen" Hund zu besitzen. Die Aufnahme sozialer Kontakte fremder Kinder mit einem Centralasiatischen Owtscharka kann zu Missverständnissen führen. Kinder sehen in Hunden hauptsächlich Kuscheltiere, sie möchten den Hund streicheln und liebkosen. Aber nicht alle Owtscharkas lassen  Berührungen durch fremde Personen zu, manchmal weicht der Hund der Berührung aus, oder  knurrt sogar. Solche Erfahrungen können der Entwicklung einer spannungsfreien Kind-Hund-Beziehung schaden, oder Besorgnis in der Nachbarschaft auslösen. Eine Isolierung ihrer Kinder von den Altersgenossen in der Nachbarschaft wäre deshalb nicht auszuschließen.)

7.Ich bin bereit, meinem Hund vollen Familienanschluss zu gewähren und ihn nicht ganz oder zeitweise in einen Zwinger halten, oder ihn auf einem Grundstück sich selbst überlassen.

(Jeder Hund braucht Anschluss an seine Familie oder Bezugsperson und intensiven Austausch von Sozialkontakten zur Entwicklung eines vertrauensvollen Verhältnisses zum Menschen. Begünstigt durch ihr ursprüngliches Wesen, kann sich bei Herdenschutzhunden als Folge  von Zwingerhaltung ein unerwünschter und in höchstem Maße problematischer Wandel einstellen. Eine Fixierung auf das Territorium würde sehr stark zunehmen und die Bindung an Menschen nähme in gleichem Umfange ab. Die im Zwinger gehaltenen Owtscharkas geben nach einiger Zeit ihre Bindung an Menschen weitgehend auf. Im Extremfall führt dies dazu, dass der Hund sogar seinen Besitzer angreift, oder sich seinem Einfluss mit massivem Widerstand entzieht. Ganz abgesehen davon ist Zwingerhaltung weder in Einklang mit dem Tierschutzgesetz, noch im Hinblick auf eine artgerechte Haltung zu billigen.)

8.Haus und Garten können nicht irrtümlich von Fremden betreten werden, die Grundstückseinfriedung muss so hoch und so stabil sein, dass der Hund sie nicht überspringen kann, auch muss sie einem 60 Kilogramm schweren Hund sicher standhalten.

Die Sicherung des Hauses oder Grundstücks ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Haltung eines Centralasiatischen Owtscharkas. Durch ihre Abstammung und ihre Verwendung, haben sich typische Verhaltensweisen herausgebildet, sodass Herdenschutzhunde in erster Linie Territoriumswächter sind. Dabei sollte man wissen, dass der Hund nicht nur bis zu Ihrer Grundstücksgrenze schützt, sondern so weit, wie er sieht und  Bewegungen wahrnehmen kann. Nimmt der Owtscharka eine verdächtige Bewegung wahr, möchte er die Sachlage erforschen und wird auf den vermuteten "Eindringling" zugehen. Zäune würden ihn auf diesem Weg nicht stören, vor allem dann nicht, wenn er sie mühelos überspringen kann. Hunde mit einer Schulterhöhe um 80 Zentimeter, können ohne weiteres einen Zaun der doppelten Höhe überwinden. In solchen Fällen besteht eine große Gefahr. !

Sehr wirkungsvoll deshalb sind Maschendrahtzäune, die höher als ca. 2 Meter und dabei etwa 30 Grad nach innen geneigt sind.

Dem nicht gewollten Verlassen des Grundstücks ist vorzubeugen, auch dem irrtümlichen Betreten durch fremde Personen. Ein plötzlich auf dem Grundstück auftauchender Fremder löst eine sofortige Abwehrhandlung des Hundes aus, die zu Verletzungen des Eindringlings führen kann. Daher sollten alle Zugänge gut verschlossen gehalten und gleichzeitig Warnschilder aufgestellt werden.

Eine Person, die  trotz gut sichtbarer Warnhinweise und einer verschlossenen Gartentür, sich Zutritt zum Grundstück verschafft, handelt nach gültigen Rechtsprechung vorsätzlich, oder zumindest grob fahrlässig. Der Hundehalter hat in solchen Fällen gute Aussichten, weder bestraft zu werden, noch Schadenersatzforderungen leisten zu müssen.

9.Ich habe weder einen Beruf, noch ein Hobby, bei dem mein Hund in der Öffentlichkeit unbeaufsichtigt bleibt, oder häufig länger als vier Stunden allein zurückgelassen werden muss.

10. Ich bin bereit, meine Urlaubsgewohnheiten insoweit zu verändern, dass ich den Hund mitnehmen und jederzeit beaufsichtigen kann.

11.Ich schaffe mir einen Hund nicht deshalb an, weil ich ängstlich bin, oder  Haus und Hof während meiner Abwesenheit  vor Einbrechern zu schützen will.

(Sehr häufig  wollen sich Menschen einen Centralasiatischen Owtscharka anschaffen, um ihr  Haus vor Einbrechern zu schützen.

Kaufen sie dafür keinesfalls einen Hund und schon  gar keinen Owtscharka !!! Hundehaltung muss aus dem Herzen kommen und wer nur eine Alarmanlage für sein Grundstück sucht, soll die Hände vom jeglicher Hundehaltung lassen, ein elektronisches Warnsystem ist billiger.

Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um die einzelnen Punkte etwas näher zu betrachten.

 

Darüber, wie viel Platz und Auslauf ein Hund braucht, gehen die Meinungen erheblich auseinander.

Manche behaupten, ohne Garten könnte man keinen Centralasiaten halten, andere meinen, ein Hund dieser Rasse könnte sich auch im Hochhaus wohl fühlen, wenn man mit ihm nur oft genug spazieren geht.

Der Centralasiatische Owtscharka ist  kein Wohnungshund !!!

Ohne einen großen Auslauf kann man ihn nicht halten !!!

Wer einen Hund in einer Etagenwohnung halten möchte, sollte sich vorher über Größe und Ansprüche der in Frage kommenden Hunderasse Gedanken machen .

Im Fehlen der Möglichkeit, Vieherden auf ihren Wanderungen durch  schier endlose Steppen zu begleiten, brauchen die Centralasiaten viel Auslauf und Bewegung, ein eingezäumtes großes Gelände. Eine Aufgabe, wenn schon nicht als Hirtenhund, dann wenigstens als Wächter über ein Territorium, das ihren Dimensionen entspricht, zu herrschen..

Herdenschutzhunde sind hoch spezialisierte Territoriumswächter, deren ursprüngliche,  territoriale Bindung erhalten geblieben ist und der des Wolfes weitgehend entspricht.

Diese Hunde sind  deshalb keine  Wohnungstiere, sie sollten zumindest in einem Haus mit entsprechendem Garten  gehalten werden !

Der Garten stellt aber auf keinen Fall einen Ersatz für tägliche Spaziergänge, oder andere Aktivitäten mit dem Hund im Freien dar.

 Einzelhunde, alleingelassen, langweilen sich besonders schnell im eigenen Garten.

Centralasiatische Owtscharkas sind keine Zwingerhunde !!!

Es gibt tatsächlich eine Reihe von Hundehaltern, die der Meinung sind,  Hunde sollte nur im Zwinger leben.

Ein Freilaufgehege (Zwinger) ist eine Einsperrmöglichkeit, wenn die Freunde mit fremden Hunden zu Besuch kommen,  auch sicheres Rückzugs- und Ruheterritorium für stressfreies Ausspannen und zudem unumgänglich für Hündinnen während der Läufigkeit.

Hunde sind von Natur aus  Rudeltiere und eine dauernde Zwingerhaltung widerspricht  seiner Natur, wenn er von seinen Rudelmitgliedern, also von seiner Familie zwangsweise getrennt leben muss

Ein Zwinger sollte also auf keinen Fall ein ständiger Aufenthaltsort für einen Hund sein. Der fehlende Kontakt zu den Familienmitgliedern und die Langweile in einer reizarmen Umgebung, können schnell zu schweren Verhaltensstörungen führen. Diese Feststellung muss auch für Hundehaltung in einer Etagewohnung gelten.

Optimal sind die Haltungsbedingungen, wenn der Hund sich im Freien aufhalten kann, dennoch jederzeit Zugang zum Haus hat und trotz gelegentlicher räumlicher Trennung eine enge Bindung zwischen Hund und Mensch erhalten bleibt.

Weder Zwinger - noch Kettenhaltung kommen also in Frage und der Hund  darf auf einem Grundstück auch nicht sich selbst überlassen bleiben!

 

Wie viel Platz braucht der neue Mitbewohner? Kann man genügend Zeit für seine Versorgung erübrigen ? Wie stark belasten die Kosten für Futter und Zubehör das Haushaltsbudget? Gibt es für das Tier während des Urlaubs, - falls man es nicht mitnehmen kann, - einen Platz, wo es gut versorgt ist ?

Alle diese Fragen sollten schon geklärt sein, bevor man einen Hund bei sich aufnimmt.

Die Tierheime sind voll mit Hunden, die leider niemand mehr haben will.

 Die Vermittlung eines Hundes mit 50 oder 60 Kilogramm Körpergewicht, ist in der Regel außerordentlich schwierig .

Bei uns brauchen diese eindrucksvollen Wächter ein eingezäuntes Gelände, eine Aufgabe und einen Besitzer, der sie sozialisiert und erzieht.

Unter guten Voraussetzungen machen ihre Intelligenz, ihr ausgeglichenes und anhängliches Wesen die Centralasiaten zu hervorragenden Familienhunden.

( Ursprünglich dazu vorgesehen, jede Art von Raubtieren zu bekämpfen, bleiben sie sehr dominant gegenüber anderen Hunden, insbesondere des gleichen Geschlechtes und auf ihrem Territorium.)

Centralasiatische Owtscharka haben ein hoch entwickeltes Nervensystem, ein ausgeglichenes Temperament und eine hohe Reizschwelle. Gut entwickelte Verteidigungsbereitschaft, sowie Misstrauen und Aggressivität gegenüber Fremden, sind typische Merkmale.

( Die arttypische und auch gewünschte Aggressivität soll durch sorgfältige Sozialisierung und gründliches Training kanalisiert werden, ohne dabei die natürlichen Schutz- und Wachinstinkte zu unterdrücken.)

Einen negativen Verlauf nimmt das Zusammenleben mit dem Centralasiatischen Owtscharka, wenn die Erziehung mit Härte, statt mit Geduld durchgeführt wird, oder durch untaugliche Ausbildungsmethoden die sozialen Kontakte zu Artgenossen oder Menschen entzogen werden .

Wer versucht, mit Zwang und Gewalt einen Aziat gefügig zu machen, oder wer  Hundehaltung als Nebensache betreibt, dabei seinen Vierbeiner geistig verwahrlosen lässt, der wird wenig Freude an der Hundehaltung haben. Versteht es der Mensch nicht, mit diesem Hund umzugehen, kann sich eine verhängnisvolle Eskalationsspirale in Bewegung setzen. Denn der Centralasiatische Owtscharka geht seinem Besitzer gegenüber auf Distanz, er reduziert die sozialen Kontakte und zieht sich zurück. Allmählich wird dann der Abstand zwischen Mensch und Hund immer größer, bis die gemeinsame Basis schließlich unumkehrbar zerstört ist.

Auf Druck, Strenge oder gar gewaltsame "Erziehungsmethoden" reagiert der Aziat mit Sturheit bis zur Selbstaufgabe.

Nicht alle Methoden und Techniken der Hundeausbildung  sind auf den Owtscharka übertragbar. Besonders, wenn der Hund Verhaltensweisen zeigt, die in bestimmten Situationen eine Gefahr für Menschen darstellen könnten, muss der Hundehalter unverzüglich geeignete Korrekturmaßnahmen einleiten. Die wenigsten Zwischenfälle, bei denen Menschen durch einen Hund zu Schaden kommen, gehen auf psychische Störungen des Hundes zurück. Ein weitaus größerer Teil dieser Vorkommnisse entsteht durch Missverständnisse zwischen den Beteiligten oder eine unabsichtliche Provokation des Hundes durch einen Menschen. Missverständnisse haben ihre Ursache in mangelndem Wissen, ungewollte Provokationen können auf Wissenslücken, Irrtümer oder Unachtsamkeit zurückzuführen sein. Jeder Halter eines großen Hundes, muss bedenken, dass falsches oder unachtsames Verhalten fremder Menschen vorkommen kann, er muss es durch eigene Vorsichtsmaßnahmen und eine geeignete Ausbildung des Hundes kompensieren. Hundebesitzer, die sich intensiv mit der Hundehaltung auseinandersetzen, gelingt es meist, ihren Hund  in sein Lebensumfeld zu integrieren, ohne dass er eine Gefährdung für seine Umwelt darstellt. 

Weder theoretische Kenntnisse über den Hund im Allgemeinen noch große Erfahrung mit Hunden anderen Wesentyps können als Garanten für erfolgreiche Haltung von Herdenschutzhunden sein !!! 

Das Lernverhalten des Centralasiatischen Owtscharka folgt anderen Regeln, als denen, der seit vielen Jahrzehnten in menschlicher Obhut gehaltenen Schäferhunden, Retrievern oder Teckeln. Jeder erfahrene Herdenschutzhundfreund wird bestätigen, dass es eine Zeit gab, als er die, mit anderen Hunderassen gesammelten Erfahrungen relativieren und ergänzen musste. Ausbildungsinhalte, die einem Deutschem Schäferhund in wenigen Wochen fast mühelos vermittelt werden können, werden bei vielen Owtscharkas Monate des intensiven und dabei stets geduldigen Trainings benötigen. Viele Ratschläge zur Hundeausbildung , die in der einschlägigen Literatur gegeben werden , lassen sich auf Centralasiatische Owtscharkas nicht, oder wenn, nur in modifizierter Form anwenden.

Bei aller Liebe zu seinem Besitzer, bleibt der Centralasiatische Owtscharka stets ein selbständiger und unabhängiger Hund. Der zukünftige  Besitzer muss diese Eigenschaften akzeptieren und verstehen, dabei seinen  Hund geduldig und liebesvoll leiten.

Dass Schläge kein geeignetes Erziehungsmittel sind, bedarf heutzutage eigentlich keiner Erwähnung, aber "experimentierfreudige" Hundebesitzer seien trotzdem ausdrücklich gewarnt !!!

In die Regel reagiert der Centralasiatische Owtscharka auf die Zufügung von Schmerzen aggressiv statt unterwürfig  !!!

Physische oder psychische Zwangsmaßnahmen sind immer falsch !!!

Deshalb gilt für den Centralasiatischen Owtscharka im Besonderen, was für alle Herdenschutzhunde  im Allgemeinen gilt:  Dadurch, dass Sie den Hund vollständig in Ihre Familie integrieren, schaffen Sie Vertrauen und Verbundenheit, gleichzeitig müssen Sie aber darauf achten, dass Sie dabei niemals Ihren Führungsanspruch zur Disposition stellen.

Die Ziele der Ausbildung sind folgende: Der Hund soll in seine Umwelt eingeordnet werden und Verhaltensweisen entwickeln, die das Zusammenleben mit seinen Bezugspersonen und seiner Umwelt möglichst unkompliziert gestaltet. Die Aufgabe und Verpflichtung jedes Hundehalters ist, Gefahren für Dritte möglichst gering zu halten und entsprechende Vorkehrungen dafür zu treffen.

In vielen Werken zur Hundeausbildung ist von der "Unterordnung" des Hundes die Rede. Damit ist im Wortsinne gemeint, art -und rassentypische Verhaltensweisen zu unterdrücken und den Hund zu einem Sklaven mit soldatischem Gehorsam zu "erziehen". Wer an diesem Ziel Gefallen findet, dem ist von der Anschaffung eines Centralasiatischen Owtscharka eindringlich abzuraten, die Ziele werden sich weder mit guten, noch mit harten Methoden verwirklichen lassen.

Unser Owtscharka soll nicht ein willfähriger Diener  werden, sondern unser Freund, Helfer und Partner, dessen Eigenschaften und Fähigkeiten wir mit Respekt begegnen und dessen Würde für uns unantastbar bleibt.

 

Es scheint, als würden in der Aziaten -Brust zwei Herzen schlagen, denn das Verhalten des Hundes wird maßgeblich von der Einteilung in "fremd" und "vertraut" bestimmt. Allem Vertrauten gegenüber ist der Centralasiatische Owtscharka freundlich gesinnt und er ist ein verlässlicher und höchst angenehmer Hausgenosse für seine Bezugspersonen. Dem Fremden begegnet er ablehnend, äußerst misstrauisch und latent aggressiv, wobei starke individuelle Unterschiede nicht zu beobachten sind.

Die unbestreitbare Abneigung gegenüber fremden Menschen führt, wie sich aus den Zahlen ersehen lässt, nicht zu vielen Beißunfällen. Bei den in Deutschland und den europäischen Nachbarstaaten sehr verbreiteten Rassen, z.B. Deutscher Schäferhund, Rotweiler, Dobermann etc., dürfte der prozentuale Anteil unprovozierter Angriffe sogar erheblich höher liegen. Leider fehlen zu diesem Thema wissenschaftliche Untersuchungen als Basis einer vergleichenden Betrachtung.

Angriffe auf Spaziergänger oder spielende Kinder auf neutralem Gebiet wurden als unprovoziert gewertet. Angriffe gegen Personen, die das vom Hund geschützte Territorium unberechtigt und ohne Begleitung einer Bezugsperson betreten, gelten als provoziert.

Genau wie das Verhalten eines Centralasiatischen  Owtscharkas Menschen gegenüber,  beruht auch das Verhalten gegenüber Artgenossen im Wesentlichen auf Wirkungszusammenhängen der Einteilung in "fremd" und "vertraut".

Sehr oft entsteht eine problematische Situation, wenn der Centralasiatische Owtscharka auf fremde Hunde trifft. Hierbei ist vor allem entscheidend, ob die Begegnung auf heimischem oder neutralem Terrain stattfindet. Auf seinem eigenen Territorium wird ein Herdenschutzhund jeden fremden Hund zunächst als ein Eindringling und Gegner ansehen. Tritt der fremde Hund dem Owtscharka aggressiv gegenüber, oder zeigt er Signale der Dominanz, wird er in der Regel genauso angegriffen, respektive verjagt, wie ein Beutegreifer. Bei Untersuchungen  russischer Forscher treten 60 % der  Centralasiatischen Owtscharkas  sofort in den Kampf (sofortiger Angriff) mit Eindringlingen ein.  Nur 40 % versuchen den Eindringling unter Bellen und Knurren vom Grundstück zu vertreiben.

60% dieser Hunde würden also keine Gebietsverletzungen durch andere Nutztiere dulden und sofort zur Attacke übergehen.!!

Dies ist der höchste Prozentsatz der "sofortigen Angreifer" aller Rassen von Herdenschutzhunden !!!

Die Effektivität, mit der ein Owtscharka sein Territorium bewacht, hat seine Ursache zum einen, im reinen Schutzverhalten und seinen Techniken, zum anderen vor allem in der Bereitschaft, eigene Entscheidungen zu treffen und selbstständig und selbstsicher zu reagieren.

 

Wenn Sie  alle diese Fragen geklärt haben und bereit sind, den Wesenstyp des Centralasiatischen Owtscharkas zu akzeptieren, dann steht Ihnen bestimmt eine wundervolle Zeit mit Ihrem vierbeinigen Gefährten bevor.

Zum ersten Hund wird  sich vielleicht irgendwann ein zweiter gesellen und nicht wenige Hundefreunde haben heute ein Rudel von drei oder mehr Hunde zugelegt.

"So bleibt nur zu wünschen, dass die Herdenschutzhunderasse, Centralasiatischer Owtscharka, eine weite Verbreitung in Westeuropa findet und die Beachtung erhält, die sie ohne Zweifel verdient."

Ela Kirner, Hundezucht  "Germania-CAO"

"Wachhunde gehören weder an die Kette noch in einen Zwinger, Wachhunde gehören ins Haus !"   Thomas Achim Schoke

"Der Hund ist die einzige Alarmanlage, die den Täter nicht nur meldet, sondern gleich verhaftet".

 

 
 

1. Centralasiatischer Owtscharka, FCI-Standard und allgemeine Rasse-Information. (Nach Thomas Achim Schoke, Herdenschutzhunde, 2004)

2. Verbreitung und verschiedenen Typen und Schlägen 

3.Körperliche Entwicklung, Lebenserwartung, Größe und Gewicht

4. Charakter, Bedürfnisse, Artgerechte Haltung.

5.Welpenkauf... gewusst wie.... Tipps zur Aufzucht.  

6. Zucht , früher und heute

7. Bedeutung und Verwendungszweck CAO

8. Centralasiatischer Owtscharka: Wesen und Verhalten

9. Gesundheitliche Problemen : HD

 

 
 

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