Damit
Mensch und Tier ohne Stress und mit Freude zusammenleben
können, muss der vierbeinige Haugenosse auch
"artgerecht", also seinen Bedürfnissen gemäß, gehalten
werden.
Viele Centralasiatische
Owtscharkas leben weltweit abseits der Weiden in
Familien, oder als Wachhunde auf Landgütern und
sonstigen Gehöften. Die Haltung dieser Hunde bereitet
ihren Besitzern wenig Schwierigkeiten und mehrheitlich
haben sich liebe- und vertrauensvolle
Mensch-Hund-Beziehungen entwickelt. Es gibt aber Fälle
da sind diese Beziehungen gescheitert, häufig bevor sie
richtig begonnen haben. Die Herdenschutzhunde werden
dann an Tierheime abgegeben, im Alter von wenigen
Monaten wieder verkauft oder mittels einer Giftspritze
sogar getötet.
Keinesfalls kann die
Haltung eines Herdenschutzhundes mit der Haltung eines
Retrievers, Dackels oder Schäferhundes verglichen
werden. Obwohl der Welpe noch ein freundliches
Kuscheltier und der Junghund sehr umgänglich und
aufgeschlossen ist, der erwachsene Hund offenbart wenige
Monate später, die ganze Bandbreite seiner Fähigkeiten
und Eigenschaften.
Der größte Teil der
Schwierigkeiten bei der Haltung von Herdenschutzhunden
hat ihre Ursache in den Eigenschaften der Hunde, in
deren Größe, Konstitution und Körperkraft. Ein wütender
kleiner Terrier wird von seiner Unwelt nicht ernst
genommen und nicht auch als Bedrohung aufgefasst, bei
einem Owtscharka hingegen kann man von einer Gefährdung
der Umweltsprechen, obwohl das eigentliche
Aggressionspotential beider Hunde wenig Unterschiede
aufweist. Der beste Weg, Gefahren von Dritten
abzuwenden, muss deshalb darin bestehen, den Owtscharka
mittels technischer Voraussetzungen so zu sichern, dass
er jederzeit, ebenso wie der kleine Terrier unter
Kontrolle gehalten werden kann.
Herdenschutzhunde sind
und waren schon immer kompromisslose Wächter und
Beschützer der Viehherden, sie sind starke und
aufmerksame Bewacher für Haus und Hof, sie sichern mit
Argusaugen ihr Territorium, sie handeln nach eigenen
Entscheidungen und widersetzen sich mit Erfolg
halbherzigen Erziehungsversuchen unqualifizierter
Ausbilder, sie sind alles andere als Kuscheltiere, sie
sind keine Spielkameraden und auch keine Begleiter bei
Freizeit und Sport.
Der Wunsch nach einem
verlässlichen Beschützer für das eigene Grundstück,
ohne Vorhandensein einer ehrlichen Zuneigung zum Hund,
kann nicht als rechtschaffenes Motiv zur Tierhaltung
akzeptiert werden !
Natürlich liegt es nicht
in meiner Absicht, Ihnen die Haltung eines
Centralasiatischen Owtscharkas ausreden zu wollen, oder
die Hunde in irgendeiner Form schlecht zu machen.
Gescheiterte
Haltungsversuche muss man aber fast ausschließlich auf
Missverständnisse und falsche Vorstellungen des
Welpenkäufers zurückführen.
Sie daher gewissenhaft
prüfen, ob Sie bereit sind, einschneidende Veränderungen
Ihres Tagesablaufes und lieb gewordener Gewohnheiten
hinzunehmen.
Sie sollten, ja Sie
müssen, schon vor der Anschaffung eines Hundes folgendes
ganz genau überdenken:
1. Habe ich und haben
alle Familienmitglieder die körperlichen
Voraussetzungen, jederzeit einen großen, starken Hund
sicher führen zu können?
(Dass die körperliche
Eignung aller Familienmitglieder des Hundebesitzers
unabdingbare Voraussetzung für ein befriedigendes
Zusammenleben ist, versteht sich von selbst. Hunde, die
nur deshalb ohne Leine geführt werden, weil ihre
Besitzer nicht in der Lage sind, ihren Hund
gegebenenfalls festzuhalten, gefährden ihre Umwelt, sind
ein Ärgernis für Hundefreunde und willkommene
Fallbeispiele für Hundefeinde. Ein ausgewogenes
Kräfteverhältnis zwischen Hund und Halter, ist eine gute
Grundlage für jede Art von Hundehaltung. )
2. Bietet mein Haus und
mein Auto genügend Platz für einen großen Hund?
( Diese Anforderung an
Haus und Auto sind eine Voraussetzung für die Haltung so
großer Tiere. Alle Herdenschutzhunde lassen sich in
einem ausreichend großem Haus mit Garten halten.
Allerdings sind Treppen für Herdenschutzhunde, wie für
alle anderen groß gewachsenen Hunderassen ein
erhebliches Gesundheitsrisiko. Vor allem in der
Wachstumsphase kann das Laufen auf Treppen zu
krankhaften Veränderungen der Gelenke führen. Deshalb
sind ebenerdig gelegene Häusern ideal. Falsch wäre es,
ungeeignete Bedingungen im Haus mit der Haltung des
Hundes ausschließlich im Zwinger, oder in einem Garten
ausgleichen zu wollen. Wer aus ethischen oder
ästhetischen Gründen, sei es weil der Hund zu viel
"Dreck" in das Haus bringt, seinem Hund den Zugang zu
den Räumen seines Hauses verwehren möchte, muss
grundsätzlich auf Hundehaltung verzichten!)
3. Bin ich bereit und
habe ich die Befähigung, einen schwierigen Charakter
auszubilden ?
(Der Ausbildung eines
Centralasiatischen Owtscharkas ist ein etwas schwieriges
Kapitel. An dieser Stelle soll nur der Hinweis erfolgen,
dass diese Hunde erheblich schwerer auszubilden sind als
Dobermänner, Rotweiler oder Schäferhunde. Wer nur wenig
Zeit in die Erziehung seines Vierbeiners investieren
kann oder will, wer also einen Hund sucht, der willig
ist und allen Lautzeichen folgt, auch einen natürlichen
Appell besitzt, der sollte sich für eine andere
Hunderasse entscheiden. Der Centralasiatische Owtscharka
ist etwas für das geduldige Gemüt unter den
Hundebesitzern. Als wahre Spezialisten in ihrem
"Fachgebiet" sind die Centralasiatischen Owtscharkas
auch für jede Form des Hundesports ungeeignet.)
Der größte Teil der in
Westeuropa gehaltenen Herdenschutzhunde sind Haustiere
und werden Familienhunde gehalten. Daran wird sich
absehbare Zeit auch nichts ändern, obwohl in Europa dem
Arbeitseinsatz dieser Hunde zukünftig wieder mehr
Bedeutung zukommen dürfte.
Für einen Hund, der als
Familienmitglied in den dicht bevölkerten Gebieten
Europas leben soll, ist ein gewisser Ausbildungsstand
unverzichtbar, damit Gefährdungen der Umwelt
ausgeschlossen sind und ein erfreuliches Miteinander
möglich ist.
Die Ausbildung darf sich
nicht auf Lautzeichen: "Sitz" und "Platz" beschränken,
sondern es muss eine ausreichende Anpassung des Hundes
an seinen Lebensraum einschließen. Dabei ist auf
verkehrssicheres Verhalten ebenso viel Wert zu legen,
wie auf ein, den Lebensumständen angepasstes Territorial
und Schutzverhalten.
4. Kann ich dem Hund
durchschnittlich zwei bis drei Stunden Auslauf pro Tag
gewähren ?
(Der Zeitaufwand für die
Haltung eines Owtscharka ist größer als für einen
Retriever oder Teckel. Drei Stunden Auslauf pro Tag
müssten es sein und nach oben ist die Grenze offen. Im
Herdenschutzdienst legen die Hunde täglich Entfernungen
zwischen 15 und 30 Kilometern zurück. Dabei bewegen sich
die Hunde in gemächlich, deshalb sollen sie nicht über
längere Strecken oder in schnellem Tempo neben dem
Fahrrad geführt werden. Lange Spaziergänge in freier
Natur sind so recht nach dem Herzen der
Herdenschutzhunde, dabei spielt es keine Rolle, ob es
stürmt, regnet oder schneit. Centralasiatische
Owtscharkas sind durch ihr dichtes Unterfell bestens an
das frostige Klima angepasst und lieben den europäischen
Winter.)
5. Habe ich Zugang zu
einem Auslaufgebiet, in dem sich der Hund regelmäßig
ohne Leine bewegen kann ?
6. Sind meine Kinder
verständig und einsichtig genug, mit einem
Herdenschutzhund verantwortungsbewusst umgehen zu
können, seine Bedürfnisse zu akzeptieren und seine
Eigenschaften zu achten?
(Bei kleinen Kindern im
Haushalt muss von der Anschaffung eines Owtscharka
abgeraten werden. Kraft und Größe der Hund (bis 80
Kilogramm) könnten zu Unfällen mit kleinen Kindern
führen und traumatische Erfahrungen bei ihnen auslösen.
Ein spielender Aziat reißt selbst einen Erwachsenen
mühelos von den Füßen und obwohl es nicht in der Absicht
des Hundes liegt, seinen Spielkameraden zu verletzen,
wird das Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Hund
dadurch empfindlich gestört. Fast alle Herdenschutzhunde
reduzieren zwar instinktiv ihren Krafteinsatz im Spiel
mit Kindern, dennoch ist dem Hund sein Verhalten nicht
bewusst und selbst nur eine zufällige Richtungsänderung
kann genügen, um ein kleines Kind auf den Boden zu
schleudern.
Weitere Problemfaktoren
mit Kindern muss man darin sehen, dass Kinder
Spielkameraden mit nach Hause bringen und somit Fremde
das Territorium des Hundes betreten. Die Gefahr besteht,
dass der Hund sich schützend vor die eigenen Kindern
stellt, wenn spielerische Auseinandersetzungen oder
sogar bei Streit der Eindruck vermittelt wird, die
Kinder der Familie seien in irgendeiner Form bedroht.
Einige Hunde werden schon an der Grundstücksgrenze eine
drohende Haltung einnehmen. Obwohl ernsthafte Angriffe
auf Kinder praktisch kaum vorkommen, gilt es in diesem
Fall, einer potentiellen und nicht erst realen Gefahr
entgegenzuwirken. Fremde Kinder und vor allem deren
Eltern können durch die Größe Ihres Hundes erschreckt
und verunsichert werden und Sie könnten schnell in den
Ruf geraten, einen "gefährlichen" Hund zu besitzen. Die
Aufnahme sozialer Kontakte fremder Kinder mit einem
Centralasiatischen Owtscharka kann zu Missverständnissen
führen. Kinder sehen in Hunden hauptsächlich
Kuscheltiere, sie möchten den Hund streicheln und
liebkosen. Aber nicht alle Owtscharkas lassen
Berührungen durch fremde Personen zu, manchmal weicht
der Hund der Berührung aus, oder knurrt sogar. Solche
Erfahrungen können der Entwicklung einer spannungsfreien
Kind-Hund-Beziehung schaden, oder Besorgnis in der
Nachbarschaft auslösen. Eine Isolierung ihrer Kinder von
den Altersgenossen in der Nachbarschaft wäre deshalb
nicht auszuschließen.)
7.Ich bin bereit, meinem
Hund vollen Familienanschluss zu gewähren und ihn nicht
ganz oder zeitweise in einen Zwinger halten, oder ihn
auf einem Grundstück sich selbst überlassen.
(Jeder Hund braucht
Anschluss an seine Familie oder Bezugsperson und
intensiven Austausch von Sozialkontakten zur Entwicklung
eines vertrauensvollen Verhältnisses zum Menschen.
Begünstigt durch ihr ursprüngliches Wesen, kann sich bei
Herdenschutzhunden als Folge von Zwingerhaltung ein
unerwünschter und in höchstem Maße problematischer
Wandel einstellen. Eine Fixierung auf das Territorium
würde sehr stark zunehmen und die Bindung an Menschen
nähme in gleichem Umfange ab. Die im Zwinger gehaltenen
Owtscharkas geben nach einiger Zeit ihre Bindung an
Menschen weitgehend auf. Im Extremfall führt dies dazu,
dass der Hund sogar seinen Besitzer angreift, oder sich
seinem Einfluss mit massivem Widerstand entzieht. Ganz
abgesehen davon ist Zwingerhaltung weder in Einklang mit
dem Tierschutzgesetz, noch im Hinblick auf eine
artgerechte Haltung zu billigen.)
8.Haus und Garten können
nicht irrtümlich von Fremden betreten werden, die
Grundstückseinfriedung muss so hoch und so stabil sein,
dass der Hund sie nicht überspringen kann, auch muss sie
einem 60 Kilogramm schweren Hund sicher standhalten.
Die Sicherung des Hauses
oder Grundstücks ist eine unabdingbare Voraussetzung für
die Haltung eines Centralasiatischen Owtscharkas. Durch
ihre Abstammung und ihre Verwendung, haben sich typische
Verhaltensweisen herausgebildet, sodass
Herdenschutzhunde in erster Linie Territoriumswächter
sind. Dabei sollte man wissen, dass der Hund nicht nur
bis zu Ihrer Grundstücksgrenze schützt, sondern so weit,
wie er sieht und Bewegungen wahrnehmen kann. Nimmt der
Owtscharka eine verdächtige Bewegung wahr, möchte er die
Sachlage erforschen und wird auf den vermuteten
"Eindringling" zugehen. Zäune würden ihn auf diesem Weg
nicht stören, vor allem dann nicht, wenn er sie mühelos
überspringen kann. Hunde mit einer Schulterhöhe um 80
Zentimeter, können ohne weiteres einen Zaun der
doppelten Höhe überwinden. In solchen Fällen besteht
eine große Gefahr. !
Sehr wirkungsvoll deshalb
sind Maschendrahtzäune, die höher als ca. 2 Meter und
dabei etwa 30 Grad nach innen geneigt sind.
Dem nicht gewollten
Verlassen des Grundstücks ist vorzubeugen, auch dem
irrtümlichen Betreten durch fremde Personen. Ein
plötzlich auf dem Grundstück auftauchender Fremder löst
eine sofortige Abwehrhandlung des Hundes aus, die zu
Verletzungen des Eindringlings führen kann. Daher
sollten alle Zugänge gut verschlossen gehalten und
gleichzeitig Warnschilder aufgestellt werden.
Eine Person, die trotz
gut sichtbarer Warnhinweise und einer verschlossenen
Gartentür, sich Zutritt zum Grundstück verschafft,
handelt nach gültigen Rechtsprechung vorsätzlich, oder
zumindest grob fahrlässig. Der Hundehalter hat in
solchen Fällen gute Aussichten, weder bestraft zu
werden, noch Schadenersatzforderungen leisten zu müssen.
9.Ich habe weder einen
Beruf, noch ein Hobby, bei dem mein Hund in der
Öffentlichkeit unbeaufsichtigt bleibt, oder häufig
länger als vier Stunden allein zurückgelassen werden
muss.
10. Ich bin bereit, meine
Urlaubsgewohnheiten insoweit zu verändern, dass ich den
Hund mitnehmen und jederzeit beaufsichtigen kann.
11.Ich schaffe mir einen
Hund nicht deshalb an, weil ich ängstlich bin, oder
Haus und Hof während meiner Abwesenheit vor Einbrechern
zu schützen will.
(Sehr häufig wollen sich
Menschen einen Centralasiatischen Owtscharka anschaffen,
um ihr Haus vor Einbrechern zu schützen.
Kaufen sie dafür
keinesfalls einen Hund und schon gar keinen Owtscharka
!!! Hundehaltung muss aus dem Herzen kommen und wer nur
eine Alarmanlage für sein Grundstück sucht, soll die
Hände vom jeglicher Hundehaltung lassen, ein
elektronisches Warnsystem ist billiger.
Nehmen Sie sich einen
Moment Zeit, um die einzelnen Punkte etwas näher zu
betrachten.
Darüber, wie viel Platz
und Auslauf ein Hund braucht, gehen die Meinungen
erheblich auseinander.
Manche behaupten, ohne
Garten könnte man keinen Centralasiaten halten, andere
meinen, ein Hund dieser Rasse könnte sich auch im
Hochhaus wohl fühlen, wenn man mit ihm nur oft genug
spazieren geht.
Der Centralasiatische
Owtscharka ist kein Wohnungshund !!!
Ohne einen großen Auslauf kann man ihn nicht halten !!!
Wer einen Hund in einer
Etagenwohnung halten möchte, sollte sich vorher über
Größe und Ansprüche der in Frage kommenden Hunderasse
Gedanken machen .
Im Fehlen der
Möglichkeit, Vieherden auf ihren Wanderungen durch
schier endlose Steppen zu begleiten, brauchen die
Centralasiaten viel Auslauf und Bewegung, ein
eingezäumtes großes Gelände. Eine Aufgabe, wenn schon
nicht als Hirtenhund, dann wenigstens als Wächter über
ein Territorium, das ihren Dimensionen entspricht, zu
herrschen..
Herdenschutzhunde sind
hoch spezialisierte Territoriumswächter, deren
ursprüngliche, territoriale Bindung erhalten geblieben
ist und der des Wolfes weitgehend entspricht.
Diese Hunde sind deshalb
keine Wohnungstiere, sie sollten zumindest in einem
Haus mit entsprechendem Garten gehalten werden !
Der Garten stellt aber
auf keinen Fall einen Ersatz für tägliche Spaziergänge,
oder andere Aktivitäten mit dem Hund im Freien dar.
Einzelhunde,
alleingelassen, langweilen sich besonders schnell im
eigenen Garten.
Centralasiatische Owtscharkas sind keine Zwingerhunde
!!!
Es gibt tatsächlich eine
Reihe von Hundehaltern, die der Meinung sind, Hunde
sollte nur im Zwinger leben.
Ein Freilaufgehege
(Zwinger) ist eine Einsperrmöglichkeit, wenn die Freunde
mit fremden Hunden zu Besuch kommen, auch sicheres
Rückzugs- und Ruheterritorium für stressfreies
Ausspannen und zudem unumgänglich für Hündinnen während
der Läufigkeit.
Hunde sind von Natur aus
Rudeltiere und eine dauernde Zwingerhaltung
widerspricht seiner Natur, wenn er von seinen
Rudelmitgliedern, also von seiner Familie zwangsweise
getrennt leben muss
Ein Zwinger sollte also
auf keinen Fall ein ständiger Aufenthaltsort für einen
Hund sein. Der fehlende Kontakt zu den
Familienmitgliedern und die Langweile in einer reizarmen
Umgebung, können schnell zu schweren Verhaltensstörungen
führen. Diese Feststellung muss auch für Hundehaltung in
einer Etagewohnung gelten.
Optimal sind die
Haltungsbedingungen, wenn der Hund sich im Freien
aufhalten kann, dennoch jederzeit Zugang zum Haus hat
und trotz gelegentlicher räumlicher Trennung eine enge
Bindung zwischen Hund und Mensch erhalten bleibt.
Weder Zwinger - noch Kettenhaltung kommen also in Frage
und der Hund darf auf einem Grundstück auch nicht sich
selbst überlassen bleiben!
Wie viel Platz braucht
der neue Mitbewohner? Kann man genügend Zeit für seine
Versorgung erübrigen ? Wie stark belasten die Kosten für
Futter und Zubehör das Haushaltsbudget? Gibt es für das
Tier während des Urlaubs, - falls man es nicht mitnehmen
kann, - einen Platz, wo es gut versorgt ist ?
Alle diese Fragen sollten
schon geklärt sein, bevor man einen Hund bei sich
aufnimmt.
Die
Tierheime sind voll mit Hunden, die leider niemand mehr
haben will.
Die
Vermittlung eines Hundes mit 50 oder 60 Kilogramm
Körpergewicht, ist in der Regel außerordentlich
schwierig .
Bei uns brauchen diese
eindrucksvollen Wächter ein eingezäuntes Gelände, eine
Aufgabe und einen Besitzer, der sie sozialisiert und
erzieht.
Unter guten Voraussetzungen machen ihre Intelligenz, ihr
ausgeglichenes und anhängliches Wesen die Centralasiaten
zu hervorragenden Familienhunden.
( Ursprünglich dazu
vorgesehen, jede Art von Raubtieren zu bekämpfen,
bleiben sie sehr dominant gegenüber anderen Hunden,
insbesondere des gleichen Geschlechtes und auf ihrem
Territorium.)
Centralasiatische
Owtscharka haben ein hoch entwickeltes Nervensystem, ein
ausgeglichenes Temperament und eine hohe Reizschwelle.
Gut entwickelte Verteidigungsbereitschaft, sowie
Misstrauen und Aggressivität gegenüber Fremden, sind
typische Merkmale.
( Die arttypische und
auch gewünschte Aggressivität soll durch sorgfältige
Sozialisierung und gründliches Training kanalisiert
werden, ohne dabei die natürlichen Schutz- und
Wachinstinkte zu unterdrücken.)
Einen negativen Verlauf
nimmt das Zusammenleben mit dem Centralasiatischen
Owtscharka, wenn die Erziehung mit Härte, statt mit
Geduld durchgeführt wird, oder durch untaugliche
Ausbildungsmethoden die sozialen Kontakte zu Artgenossen
oder Menschen entzogen werden .
Wer versucht, mit Zwang
und Gewalt einen Aziat gefügig zu machen, oder wer
Hundehaltung als Nebensache betreibt, dabei seinen
Vierbeiner geistig verwahrlosen lässt, der wird wenig
Freude an der Hundehaltung haben. Versteht es der Mensch
nicht, mit diesem Hund umzugehen, kann sich eine
verhängnisvolle Eskalationsspirale in Bewegung setzen.
Denn der Centralasiatische Owtscharka geht seinem
Besitzer gegenüber auf Distanz, er reduziert die
sozialen Kontakte und zieht sich zurück. Allmählich wird
dann der Abstand zwischen Mensch und Hund immer größer,
bis die gemeinsame Basis schließlich unumkehrbar
zerstört ist.
Auf Druck, Strenge oder
gar gewaltsame "Erziehungsmethoden" reagiert der Aziat
mit Sturheit bis zur Selbstaufgabe.
Nicht alle Methoden und
Techniken der Hundeausbildung sind auf den Owtscharka
übertragbar. Besonders, wenn der Hund Verhaltensweisen
zeigt, die in bestimmten Situationen eine Gefahr für
Menschen darstellen könnten, muss der Hundehalter
unverzüglich geeignete Korrekturmaßnahmen einleiten. Die
wenigsten Zwischenfälle, bei denen Menschen durch einen
Hund zu Schaden kommen, gehen auf psychische Störungen
des Hundes zurück. Ein weitaus größerer Teil dieser
Vorkommnisse entsteht durch Missverständnisse zwischen
den Beteiligten oder eine unabsichtliche Provokation des
Hundes durch einen Menschen. Missverständnisse haben
ihre Ursache in mangelndem Wissen, ungewollte
Provokationen können auf Wissenslücken, Irrtümer oder
Unachtsamkeit zurückzuführen sein. Jeder Halter eines
großen Hundes, muss bedenken, dass falsches oder
unachtsames Verhalten fremder Menschen vorkommen kann,
er muss es durch eigene Vorsichtsmaßnahmen und eine
geeignete Ausbildung des Hundes kompensieren.
Hundebesitzer, die sich intensiv mit der Hundehaltung
auseinandersetzen, gelingt es meist, ihren Hund in sein
Lebensumfeld zu integrieren, ohne dass er eine
Gefährdung für seine Umwelt darstellt.
Weder theoretische
Kenntnisse über den Hund im Allgemeinen noch große
Erfahrung mit Hunden anderen Wesentyps können als
Garanten für erfolgreiche Haltung von Herdenschutzhunden
sein !!!
Das Lernverhalten des
Centralasiatischen Owtscharka folgt anderen Regeln, als
denen, der seit vielen Jahrzehnten in menschlicher Obhut
gehaltenen Schäferhunden, Retrievern oder Teckeln. Jeder
erfahrene Herdenschutzhundfreund wird bestätigen, dass
es eine Zeit gab, als er die, mit anderen Hunderassen
gesammelten Erfahrungen relativieren und ergänzen
musste. Ausbildungsinhalte, die einem Deutschem
Schäferhund in wenigen Wochen fast mühelos vermittelt
werden können, werden bei vielen Owtscharkas Monate des
intensiven und dabei stets geduldigen Trainings
benötigen. Viele Ratschläge zur Hundeausbildung , die in
der einschlägigen Literatur gegeben werden , lassen sich
auf Centralasiatische Owtscharkas nicht, oder wenn, nur
in modifizierter Form anwenden.
Bei aller Liebe zu seinem
Besitzer, bleibt der Centralasiatische Owtscharka stets
ein selbständiger und unabhängiger Hund. Der zukünftige
Besitzer muss diese Eigenschaften akzeptieren und
verstehen, dabei seinen Hund geduldig und liebesvoll
leiten.
Dass Schläge kein
geeignetes Erziehungsmittel sind, bedarf heutzutage
eigentlich keiner Erwähnung, aber
"experimentierfreudige" Hundebesitzer seien trotzdem
ausdrücklich gewarnt !!!
In die Regel reagiert der
Centralasiatische Owtscharka auf die Zufügung von
Schmerzen aggressiv statt unterwürfig !!!
Physische oder psychische
Zwangsmaßnahmen sind immer falsch !!!
Deshalb gilt für den
Centralasiatischen Owtscharka im Besonderen, was für
alle Herdenschutzhunde im Allgemeinen gilt: Dadurch,
dass Sie den Hund vollständig in Ihre Familie
integrieren, schaffen Sie Vertrauen und Verbundenheit,
gleichzeitig müssen Sie aber darauf achten, dass Sie
dabei niemals Ihren Führungsanspruch zur Disposition
stellen.
Die Ziele der Ausbildung
sind folgende: Der Hund soll in seine Umwelt eingeordnet
werden und Verhaltensweisen entwickeln, die das
Zusammenleben mit seinen Bezugspersonen und seiner
Umwelt möglichst unkompliziert gestaltet. Die Aufgabe
und Verpflichtung jedes Hundehalters ist, Gefahren für
Dritte möglichst gering zu halten und entsprechende
Vorkehrungen dafür zu treffen.
In vielen Werken zur
Hundeausbildung ist von der "Unterordnung" des Hundes
die Rede. Damit ist im Wortsinne gemeint, art -und
rassentypische Verhaltensweisen zu unterdrücken und den
Hund zu einem Sklaven mit soldatischem Gehorsam zu
"erziehen". Wer an diesem Ziel Gefallen findet, dem ist
von der Anschaffung eines Centralasiatischen Owtscharka
eindringlich abzuraten, die Ziele werden sich weder mit
guten, noch mit harten Methoden verwirklichen lassen.
Unser Owtscharka soll
nicht ein willfähriger Diener werden, sondern unser
Freund, Helfer und Partner, dessen Eigenschaften und
Fähigkeiten wir mit Respekt begegnen und dessen Würde
für uns unantastbar bleibt.
Es scheint, als würden in
der Aziaten -Brust zwei Herzen schlagen, denn das
Verhalten des Hundes wird maßgeblich von der Einteilung
in "fremd" und "vertraut" bestimmt. Allem Vertrauten
gegenüber ist der Centralasiatische Owtscharka
freundlich gesinnt und er ist ein verlässlicher und
höchst angenehmer Hausgenosse für seine Bezugspersonen.
Dem Fremden begegnet er ablehnend, äußerst misstrauisch
und latent aggressiv, wobei starke individuelle
Unterschiede nicht zu beobachten sind.
Die unbestreitbare
Abneigung gegenüber fremden Menschen führt, wie sich aus
den Zahlen ersehen lässt, nicht zu vielen Beißunfällen.
Bei den in Deutschland und den europäischen
Nachbarstaaten sehr verbreiteten Rassen, z.B. Deutscher
Schäferhund, Rotweiler, Dobermann etc., dürfte der
prozentuale Anteil unprovozierter Angriffe sogar
erheblich höher liegen. Leider fehlen zu diesem Thema
wissenschaftliche Untersuchungen als Basis einer
vergleichenden Betrachtung.
Angriffe auf
Spaziergänger oder spielende Kinder auf neutralem Gebiet
wurden als unprovoziert gewertet. Angriffe gegen
Personen, die das vom Hund geschützte Territorium
unberechtigt und ohne Begleitung einer Bezugsperson
betreten, gelten als provoziert.
Genau wie das Verhalten
eines Centralasiatischen Owtscharkas Menschen
gegenüber, beruht auch das Verhalten gegenüber
Artgenossen im Wesentlichen auf Wirkungszusammenhängen
der Einteilung in "fremd" und "vertraut".
Sehr oft entsteht eine
problematische Situation, wenn der Centralasiatische
Owtscharka auf fremde Hunde trifft. Hierbei ist vor
allem entscheidend, ob die Begegnung auf heimischem oder
neutralem Terrain stattfindet. Auf seinem eigenen
Territorium wird ein Herdenschutzhund jeden fremden Hund
zunächst als ein Eindringling und Gegner ansehen. Tritt
der fremde Hund dem Owtscharka aggressiv gegenüber, oder
zeigt er Signale der Dominanz, wird er in der Regel
genauso angegriffen, respektive verjagt, wie ein
Beutegreifer. Bei Untersuchungen russischer Forscher
treten 60 % der Centralasiatischen Owtscharkas sofort
in den Kampf (sofortiger Angriff) mit Eindringlingen
ein. Nur 40 % versuchen den Eindringling unter Bellen
und Knurren vom Grundstück zu vertreiben.
60% dieser Hunde würden
also keine Gebietsverletzungen durch andere Nutztiere
dulden und sofort zur Attacke übergehen.!!
Dies ist der höchste
Prozentsatz der "sofortigen Angreifer" aller Rassen von
Herdenschutzhunden !!!
Die Effektivität, mit der
ein Owtscharka sein Territorium bewacht, hat seine
Ursache zum einen, im reinen Schutzverhalten und seinen
Techniken, zum anderen vor allem in der Bereitschaft,
eigene Entscheidungen zu treffen und selbstständig und
selbstsicher zu reagieren.
Wenn Sie alle diese
Fragen geklärt haben und bereit sind, den Wesenstyp des
Centralasiatischen Owtscharkas zu akzeptieren, dann
steht Ihnen bestimmt eine wundervolle Zeit mit Ihrem
vierbeinigen Gefährten bevor.
Zum ersten
Hund wird sich vielleicht irgendwann ein zweiter
gesellen und nicht wenige Hundefreunde haben heute ein
Rudel von drei oder mehr Hunde zugelegt.
"So bleibt nur zu
wünschen, dass die Herdenschutzhunderasse,
Centralasiatischer Owtscharka, eine weite Verbreitung in
Westeuropa findet und die Beachtung erhält, die sie ohne
Zweifel verdient."
Ela
Kirner, Hundezucht "Germania-CAO"
"Wachhunde gehören weder
an die Kette noch in einen Zwinger, Wachhunde gehören
ins Haus !" Thomas
Achim Schoke
"Der Hund ist die einzige
Alarmanlage, die den Täter nicht nur meldet, sondern
gleich verhaftet".